Neues aus der Schule und Schwimmunterricht

Man hat sich so richtig an die Routine des Lebens hier gewöhnt: Aufstehen (manchmal springend und manchmal eher quälend), Frühstücken, fertig machen, zur Schule cruisen, bis viertel nach 2 Schule, dann Fußballprojekt, nach Hause fahren, essen/chillen/joggen, kochen, beim Abendessen mit den anderen über den Tag austauschen, GossipGirl schauen und zum Schluss todmüde ins Bett fallen. Auch in der Schule hat man jetzt den Ablauf gut drauf, beispielsweise finden wir alle Klassen auf Anhieb und ich habe herausgefunden, wie man die Kinder dazu bringt, dass nicht alle an mir ziehen wenn ich den Ballsack aufmache. Außerdem habe ich gemerkt, dass die Kinder so gut wie alles feiern, was wir ihnen zeigen. Zum Beispiel ist das Spiel Autoscooterstop in unserer Schule populär geworden und Kinder in jedem Alter spielen das. Aber auch wenn ich den Ententanz, deutsche Klatschspiele (z.B Michael Jackson fuhr nach Spanien…) oder Lieder  (Und ich flieg, flieg,flieg wie ein Flieger…) anfange sind die immer direkt begeistert und singen und tanzen mit obwohl sie nicht mal wissen was sie da singen. Das ist echt immer mega süß.  Ein paar Kinder aus der 1. können den Text vom Michael Jackson-Spiel und es gibt kaum was süßeres, als wenn sie das vor sich hinmurmeln.IMG_0666.jpg

Ich habe die Kinder schon richtig ins Herz geschlossen und  die kennen uns mittlerweile auch schon ziemlich gut. Wir haben sogar schon Spitznamen bekommen, so bin ich neben Coach Vivi auch noch Vivienna, Pipi Langstrumpf,  Shorteline, Short Lady und Short Stuff. Wie ihr vielleicht merkt haben die Kids rausgefunden, dass ich nicht die Größte bin und man sich darüber gut lustig machen kann. Das ist manchmal schon ein bisschen ironisch, wenn man von einem Zweitklässler gefragt wird warum ich denn so klein bin. Man muss aber dazu sagen, dass es aber auch ein bisschen unfair ist, weil man neben „Tobi the Giant“ mit seinen 1,90m auch nur klein aussehen kann. Und es ist lustig zu sehen, wie die Kinder immer wieder Spaß daran haben uns auch mal zu „ärgern“.

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Hier bei uns ist es schon so gut wie Sommer, das heißt für Tobi und mich wurde es Zeit den Sportunterricht vom Field zum Pool (kleines Freibad) zu verlegen. Mit den jüngeren Klassen halten wir uns eigentlich immer in einem kleinen Nichtschwimmerbecken auf. Es geht hier eigentlich nur darum, dass die Kinder sich an das Wasser gewöhnen und die Angst davor verlieren. Dies versuchen wir durch kleine Spiele, bei denen man sich auf verschieden Arten im Wasser bewegen muss zu erreichen. Manchmal aber sind wir am Pool angekommen und in dem kleinen Becken war kein Wasser, dann steht man da mit 40 Erstklässlern vor einem 1,20-1,70m tiefen Pool und muss sich schnell was ausdenken damit die Kinder den Eintritt nicht umsonst bezahlt haben. In solchen Situationen ist Zuhören und Disziplin sehr wichtig, da Tobi und ich dann immer nur jeweils ein Kind durch das Wasser tragen um ihnen zu zeigen, dass sie keine Angst haben brauchen und die anderen in der Zeit draußen warten müssen.IMG_1512.jpg

Mit den älteren ist das in dem großen Becken kein Problem, da sie stehen und teilweise auch schon schwimmen können. Aber auch da müssen wir aufpassen, dass sie nicht in die Beckenmitte schwimmen wo sie nicht stehen können, da die Kinder im Pool immer sehr übermütig sind und manchmal die Gefahren nicht richtig einschätzen.

Trotz des ständigen Aufpassens mag ich die Schwimmstunden richtig gerne und es ist bei 30 Grad echt angenehmer am Pool mit den Kindern zu plantschen als auf dem Field in der Sonne zu stehen. Die letzten Wochen konnten wir leider nicht zum Pool weil es in ganz East London keine Reinigungschemikalien gab und die Becken zuerst dunkelgrün und später leer waren. Aber desto mehr freue ich mich auf nächstes Jahr wenn das dann wieder los geht und auch auf die neuen Erstklässler, die dann in die Schule kommen bin ich schon voll gespannt.

xoxo

 

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Urlaub in Coffee Bay

Hier bei uns waren vor kurzem eine Woche Frühlingsferien. Diese Zeit haben wir genutzt um ein bisschen mehr von Südafrika zu sehen. An einem Samstagmorgen hat sich also das TrostpreisQuartett mit einem viel zu vollem Auto auf den Weg nach Coffee Bay gemacht. Der Weg hat uns durch mega schöne Landschaften geführt, es sah einfach so richtig nach Afrika aus. Anscheinend waren wir nicht die einzigen, die dort um die Zeit unterwegs waren, wir haben Pferde, Schafe, Kühe, Affen und Hunde getroffen, und zwar direkt vor uns auf der Straße. Außerdem war es auch interessant zu sehen was so in den Dörfern abging durch die wir gefahren sind. Es war nämlich der 1. im Monat und der Großteil der Bevölkerung hat Gehalt bekommen und da war dann überall der Bär los, da alle in die Städte kamen um Geld abzuheben und das dann direkt wieder auszugeben.

Nach ca. 4 Stunden lustiger Fahrt sind wir dann in Coffee Bay angekommen. Es ist ein Dorf direkt an der Wild Coast und liegt direkt in der Natur und ist mega schön. Zusammen mit Freiwilligen aus Port Alfred, Port Elizabeth und Jeffreys Bay wohnten wir in dem Haus der Coffee Bay Leute. 18 Leute unter einem Dach, das konnte ja nur lustig werden. Nachdem dann alle angekommen sind haben wir erstmal schön gebraut (gegrillt) und uns mit allen über die Erlebnisse und Projekte und so ausgetauscht.

Nach einem entspannten Vormittag haben wir uns mittags auf den Weg zum Mapuzi River gemacht. An sich ist es voll schön da aber leider hat das Wetter nicht so mitgespielt und wir konnten nicht lange bleiben. Nachmittags haben wir dann einen neuen Versuch gestartet und wollten uns die Sehenswürdigkeit „Hole in the Wall“ anschauen. Doch auch da hat uns der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt zu dem riesen Felsen im Wasser zu laufen, hat es nur zu einem Sprint vom Auto bis zum Restaurant gereicht. Und da wir an dem Tag ja schon nicht Pech genug hatten, gab es noch Probleme auf dem Rückweg, so haben wir es dann geschafft statt 15 Minuten 2,5 Stunden unterwegs zu sein. Aber trotz der ganzen unerwarteten Planänderungen gab es bei uns kein Stück schlechte Laune sondern immer was zu lachen.

Am Montag war dann endlich wieder schönes Wetter. Das haben wir dann genutzt um mehr von Coffee Bay zu sehen. Wir sind auf Hügeln spazieren gegangen und haben uns dann einfach auf Steine an der Klippe gesetzt und Delfine beobachtet. Ich kann es gar nicht in Worte fassen aber es war einfach so cool und entspannt, weil man gefühlt in der Natur saß. In solchen Momenten vergeht die Zeit wie im Flug und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich hier irgendwann wieder weg muss. img_1102

Am Dienstag sind wir dann noch mal zum Mapuzi River gefahren, dieses Mal bei strahlendem Sonnenschein(!). Mit Badesachen, genug zum Braain und einer Musikbox im Gepäck konnte es ja nur gut werden. So haben wir dort dann den Tag verbracht und komplett entspannt. Da ein paar Jungs sich im Klippenspringen getestet haben gab es auch noch Unterhaltung. Es war unser letzter Tag in Coffee Bay und somit haben wir ihn im „Friends,“ einem gemütliches Backpackers, am Lagerfeuer aufklingen lassen.

Am Mittwoch stand dann unsere große Wanderung nach Bulungula an. So hat sich also unsere Chaotentruppe, mal wieder viel später als geplant, mit großen Rucksäcken, Proviant und Schlafsäcken auf den Weg gemacht. Nach ein paar Minuten ist uns dann aufgefallen, dass wir den Weg ja gar nicht wissen, unser Plan war dann: Solange das Meer links von uns ist und wir nicht zu weit von der Küste weg sind, müssten wir richtig sein. Das Wetter hätte für unsere Aktion nicht besser sein können, strahlender Sonnenschein und ein bisschen Wind. Unser erster richtiger Stopp war nach ein paar Stunden das „Hole in the Wall“. Dort haben wir auch unseren neuen Freund Emil getroffen. Am Anfang war er uns noch recht unsympathisch aber das sollte sich noch ändern.img_1196

Nach der Mittagspause im Schatten unter ein paar Bäume ging es dann auch weiter. Unser Weg führte uns über Berge, durch den Wald, über Berge, teilweise durch Flüsse, über Berge, am Strand entlang, über Berge und über Berge. Das ständige Hochlaufen hat zwar auf Dauer nicht so Spaß gemacht, aber es hat sich immer wieder gelohnt weil die Aussichten von da oben einfach so unbeschreiblich sind. Und Emil ist die ganze Zeit mit uns gewandert. Abends sind wir in unserem Backpackers angekommen, es war leider noch nicht fertig gebaut aber dafür gab es komfortable Zelte mit richtigen Betten. Geduscht hat man in Rocketshowers, was schon ein Erlebnis und für kleine Menschen wie mich eine Herausforderung war. Zum Abendbrot haben die netten, deutschsprechenden (!) Besitzer für uns und die paar anderen Gäste für uns gekocht, es war echt gemütlich, aber leider konnten wir die entspannte Atmosphäre nicht lange genießen, weil wir ganz schön fertig waren und das Bett ein ganz schön verlockender Gedanke war.img_1107img_1115

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Am nächsten Tag ging es nach einem guten Frühstück wieder los und auch da war das Wetter wieder perfekt. Dieses Mal hatten wir zwar außer Kekse leider kein Essen mehr, aber dafür Blasen an den Füßen. Die Stimmung war trotzdem gut wie immer und auch Emil schloss sich wieder uns an. Wir bestiegen wieder viele Berge aber der Part der Strecke war entspannter als der am Tag zuvor, weil wir viel am Strand langgelaufen sind. Unsere Querfeldeinstrecke führte uns wieder durch so einige kleine Siedlungen mit traditionellen Rundhütten. Die Kinder die dort wohnen haben uns meistens sehr verwundert angeschaut und sind teilweise sogar ein Stück mit uns mitgelaufen. Letztendlich sind wir alle heile in Bulungula angekommen. Bulungula ist auch eine Einsatzstelle von 2 Freiwilligen von uns. Es ist ein kleines traditionelles Dorf direkt am Strand und hat in den Hütten kein fließendes Wasser und auch kein richtigen Strom, schon ein anderes Leben als wir es gewohnt sind. Die Menschen dort sind so richtig eine Community und nachts konnten wir einen mega schönen Sternenhimmel sehen, weil es dort sonst kein großes Licht gibt, das das Sternenlicht verfälscht. Übrigens hat Emil uns bis nach Bulungula begleitet und hat auch dort auf der Veranda geschlafen, ein treuer Begleiter.

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Der gute Emil
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Aussicht von dem Haus in Bulungula

Am Freitag sind wir dann mit den Coffee Bay Leuten zurück nach Coffee Bay gefahren um dort unsere Sachen zusammenzusuchen und einen letzten Milchshake zu trinken, bevor es dann wieder Richtung East London ging. Auf der Rückfahrt hatten wir genug Zeit und haben einige Erlebnisse der Woche nochmal Revue passieren lassen. Eindeutiges Fazit: Es war eine echt geile Zeit mit coolen Leuten, einer großen Menge Spaß und vielen unvergesslichen Erinnerungen. Also falls ihr hier mal in der Nähe seid ist Coffee Bay und Bulungula definitiv ein Besuch wert.

xoxo

Erster Bericht von hier unten

Ich habe echt gar keine Ahnung wo ich anfangen soll, weil in den 3 Wochen die wir jetzt hier sind schon so mega viel passiert ist und wir so einiges erlebt haben.

Am besten fange ich von vorne an, also mit der Reise. Am 16.8. um 20:45 ging unser Flieger von Frankfurt aus Richtung Abenteuer. Aber das hieß auch für ein Jahr Abschied von der Familie zu nehmen, was in dem Moment gar nicht so leicht war. Die Traurigkeit wurde aber schnell wieder von Vorfreude und Aufregung abgelöst, weil jetzt endlich der Moment gekommen ist, auf den wir uns alle schon seit März freuen. Die Zeit im Flugzeug nach Johannesburg verging dank dem Essen, den Filmen und meinen kurzen Beinen wie im Flug. Die 8 Stunden Aufenthalt in Johannesburg haben wir nach anfänglicher Desorientierung mit Essen, Rollbänder hoch und runterlaufen, Wizards spielen und rumdösen verbracht. Um 15 Uhr ging dann endlich der Flug nach East London. Am Flughafen hat unser Mentor Brett und die jetzt ehemalige East London-Gruppe auf uns gewartet und uns in Empfang genommen.

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Die East London-Crew das erste Mal richtig auf Südafrikanischem Boden

Am Donnerstag sind wir dann alle mit in die Schulen gekommen, damit die ehemaligen uns das alles mal zeigen und uns die Leute vorstellen konnten. Tobi und ich wurden auch direkt ins kalte Wasser geschmissen und mussten die 2. Stunde alleine managen, was aber überraschenderweise ganz gut geklappt hat. Aber zu der Arbeit kommt später mehr.

Das erste Wochenende hat sich eigentlich wie Urlaub angefühlt. Wir haben am Freitag auf einer Party von den Freiwilligen im Nachbarort schon einige Leute kennengelernt und auch unsere Leute aus Coffeebay wiedergetroffen. Samstag und Sonntag waren wir hier bei uns am Nahoon Beach, der echt traumhaft ist, kaum Menschen, weiter Blick und einfach schön. Es ist also perfekt um einen heißen Tag da mit gammeln, rumalbern, baden und spazierengehen zu verbringen, ich glaube es ist jetzt schon mein Lieblingsplatz hier. Da die anderen Freiwilligen noch hier waren hatten wir nichts groß zu tun und haben dann die Zeit, die wir nicht am Strand verbracht haben, dafür genutzt um uns hier ein bisschen umzusehen und zurechtzufinden.

Die Stadt East London an sich ist nicht besonders schön, da es eine Hafenstadt mit ziemlich viel Industrie ist. Außerdem liegt überall Müll und auf den Straßen ist eigentlich immer viel los. Aber die Stadt hat auch Vorteile, im Gegensatz zu vielen anderen Freiwilligen haben wir hier alles, egal ob Kino, Einkaufszentrum, Beaches, usw. und das ist wirklich sehr praktisch. Als ich hier die ersten Tage unterwegs war dachte ich, dass es unmöglich sei ,sich hier auszukennen, aber da wir hier viel mit den Autos unterwegs sind finden wir uns eigentlich schon relativ gut zurecht, also zumindest auf den täglichen Wegen. Das Autofahren kann aber auch ganz schön nervig sein, da wir 7 Freiwillige an 4 verschiedenen Einsatzstellen sind, ist es manchmal ein Akt den Autoplan für unsere 2 Autos zu erstellen und irgendwie zu organisieren damit jeder zur richtigen Zeit von A nach B kommt.

Aber jetzt erstmal zu meiner Arbeit hier. Tobi und ich machen jeden Tag von 8:45 Uhr bis 14:15 Uhr Sportunterricht an der A.W. Barnes Primary school. Das läuft meistens so ab, dass wir die Klassen aus ihren Klassenräumen abholen, wo wir immer mit viel Freude und Geschrei erwartet werden. Zusammen mit den Kindern gehen wir dann auf das Feld (mit Meerblick!) und machen ein bisschen Begrüßung und so. Es ist gar nicht so leicht 45 Kinder dazuzubringen, dass sie leise sind und uns zuhören aber früher oder später klappt das dann immer, da die Kids an unserer Schule relativ diszipliniert sind. Der Sportunterricht besteht meistens daraus, dass wir zuerst mit allen zusammen etwas spielen und die Klasse dann aufsplittern, da es immer schnell eskaliert wenn alle rumschreien. Die Jungs wollen immer Fußballspielen und mit den Mädchen spielen wir dann in der Zeit Spiele wie „who is scared of the lion“, „river rocks“, „duck, duck, goose“ oder sowas. Aber die Kinder beschäftigen sich auch viel selbst mit Bällen und Springseilen. Mit den älteren Klassen (ab der 5.) kann man auch gut Völkerball spielen, es ist zwar manchmal ganz schön chaotisch aber das Spiel feiern die immer richtig und dann sind alle 40 Kids voll dabei. In jeder Stunde bekommen Tobi und ich zu hören „Coach look, he/she is crying“, weil mal wieder jemand einen Ball an den Kopf bekommen hat oder welche den Ball nicht mit den anderen teilen wollen. Aber diese Probleme sind auch immer nach einem Drücken und „It´s allright“ von uns wieder weg. Die Freiwilligen an der Barnes haben den Luxus, dass wir in der Mittagspause um viertel vor 11 immer Mittagessen von unserem Schulleiter Mr. Gamiet bekommen und dadurch viele landestypische Sachen probieren können und auch einiges von hier so mitbekommen, da Mr. Gamiet immer mit uns beiden am Tisch sitzt und uns up-to date hält und Tipps zum Leben hier gibt.

Immer wenn Tobi und ich durch die Schule gehen hört man von allen Seiten „hello coach“, „when is our PT lesson coach?“ oder „coach please can I carry the bag for you ?“. Das ist echt immer mega süß und viele umarmen uns auch wenn wir nur an ihnen vorbeigehen und wenn wir die Klassen nach der Stunde zurück in den Raum bringen bekommen wir auch oft bis zu 40 Umarmungen von den Kleinen. Wenn man mal schlechte Laune hat, ist spätestens das der Zeitpunkt an dem man nicht anders kann als lächeln! Viele der Kinder sind auch sehr interessiert, Sachen über Deutschland und uns zu erfahren und fragen uns viel über das Leben und unsere Familien in Deutschland. Was für die Kinder auch immer toll ist sind unsere Haare. Wenn ich irgendwo stehe habe ich eigentlich fast immer jemanden, hauptsächlich Mädchen, hinter mir stehen, der mit meinen Haaren spielt. Wenn wir unsere letzte Stunde machen sind auch immer noch die Kleinen da weil die mit uns reden oder spielen wollen. Auch wenn ich manchmal warten muss bis ich abgeholt werde oder bis Tobi mit seinem Projekt fertig ist, habe ich nie Langeweile, weil immer jemand bei uns rumhängt.

Nach der Schule habe ich Montags-Donnerstags noch meine beiden girls soccer teams. Die eine Mannschaft besteht aus Mädchen von der Barnes und das andere Team sind Mädchen von der Parkside Primary school, die direkt nebenan ist. Die Mädchen sind alle mega nett aber manchmal schwer zu motivieren, da sie eigentlich nur spielen und quatschen wollen, vor allem die Barnesmädchen. Das kann ganz schön anstrengend sein aber das wird schon noch.

Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, was ich so zu dem allgemeinen Leben hier schreiben soll, bin ich voll überfordert weil ich einfach keinen Anfang finde, weil sooooo viel hier passiert ist. Ich versuche das mal zusammenzufassen. Ich wohne zusammen mit Johanna, Tobi und Tim in einem kleinen Haus in einer Gated community in dem Stadtteil Beaconbay. Am Anfang war das Haus komplett schmutzig und vermüllt aber wir haben viel Arbeit reingesteckt und jetzt ist es wirklich gemütlich und wir würden es alle nicht mehr tauschen wollen, weil es sich richtig wie Zuhause anfühlt. In dem anderen Haus von uns in Barea wohnen Frauke, Celine, und Joe . Wie gesagt, es ist unglaublich viel passiert, in das Bareahaus wurde eingebrochen, Celine ist angekommen, Julian hat uns verlassen und ist zurück nach Deutschland geflogen, bei dem einen Auto wurde die Heckscheibe eingeschmissen, ich war Mit Johanna und ihren Vorschulkindern im Lionpark, so ungefähr jede Autofahrt ist ein Abenteuer,wir hatten unsere ersten Arbeitswochen, waren mit allen 34 Freiwilligen aus Südafrika in Port Alfred und noch vieles mehr, was jetzt aber zu viel zum aufschreiben und anführen ist. Außerdem lernt man hier schnell, dass man sich an Sachen gewöhnen kann, die man ganz anders gewohnt ist, zum Beispiel ohne Licht im Schlafzimmer und ohne Rückwärtsgang im Auto zu leben, auf ner ranzigen Matratze ohne Bettlaken mit Schlafsack zu schlafen, jede mal wenn man am Kühlschrank ist aufpassen, dass man nicht in die Pfütze mit aufgelaufenem Wasser tritt, usw…

Über was ich aber auf jeden Fall noch berichten möchte ist der Unterschied zwischen arm und reich hier. Unsere Schulen sind ja alle in Townships und es ist immer wieder krass zu sehen, wie die Leute da leben. Es ist alles schmutzig, kaputt und klein. Die meisten Leute sind auf der Straße, weil sie sonst einfach nichts zu tun haben, auch viele Kinder die nicht zur Schule gehen und in alten kaputten Klamotten rumlaufen. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Man kennt es vielleicht teilweise ein bisschen aus Filmen aber wenn man da durchfährt ist das nochmal was ganz anderes. Teilweise sieht man auch wie arme Menschen auf den Grünflächen vor großen eingemauerten Luxushäusern schlafen, ich finde das ist eine ziemlich gute Darstellung der Schere zwischen arm und reich.

So ich glaube das reicht fürs Erste. Es ist ein bisschen lang geworden aber naja. Die anderen haben es geschafft schon mehrere Blogeinträge zu schreiben aber wer mich kennt,der weiß das ich das immer nicht so auf die Reihe bekomme :D. Also wer öfter mal was lesen möchte kann gerne auch mal auf den Blogs von den anderen East Londoners vorbeigucken.

littlebitsandpieces.jimdo.com
http://joegehtweltwaerts.wordpress.com/
http://fraukesouthafrica.blogspot.com
https://celinegoesafrica.wordpress.com/
johanna-geht-weltwaerts.tumblr.com
Tobias-in-suedafrika.jimdo.com

Für einen kleinen Eindruck sind hier noch ein paar Bilder

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„Duck, duck goose“ auf dem Schulhof
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Der Nahon beach hier in East London
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Im Lionpark

 

Über mich

 

Über mich

Ich heiße Vivien Below, bin 18 Jahre alt und habe dieses Jahr mein Abitur gemacht. In meiner Freizeit spiele ich Fußball bei der SG Mühlenfeld/ Wacker Neustadt und tanze bei Kressler Hiphop, Standard-Latein und in der Lateinformation.

Am 16. August 2016 fliege ich für ein Jahr nach Südafrika um dort einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Sport zu machen, der über Weltwärts und den ASC Göttingen läuft.
Zusammen mit 7 anderen Freiwilligen werde ich ein Jahr in East London (größere Stadt an der Küste) leben. Vormittags werde ich mit meinem Projektpartner Tobias den Sportunterricht für die Kinder der A.W. Barnes Primary school machen. Aufgrund von Lehrermangel hätten die Kinder ohne uns nicht die Möglichkeit, durch Schulsport den Alltag für eine gewisse Zeit zu vergessen.
Nachmittags ist es unsere Aufgabe Sportprojekte an den Schulen anzubieten, in unserer Stadt gibt es Fußballprojekte für Jungs und Mädchen, ein Handballprojekt, ein Ruderprojekt und noch einige weitere.

Bald geht es los

Nun ist es endlich bald soweit. In 16 Tage werde ich mit den anderen Mitfreiwilligen aus East London in das Flugzeug steigen, das uns nach Südafrika bringt.

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Die East London-Gruppe: Julian, Joe, Tim, Frauke, Celine, Johanna, Tobias, ich

Es ist für mich nur schwer zu glauben, dass es jetzt in gut 2 Wochen wirklich losgeht. Gefühlt war es letzte Woche, als wir alle noch zusammen bei dem Vorbereitungsseminar vom 10.-17. Juli in Clausthal-Zellerfeld waren. Dort wurden wir von den ASC-Mitarbeitern und ehemaligen Freiwilligen intensiv auf das Auslandsjahr in Afrika vorbereitet. Insgesamt waren wir dort 72 Freiwillige für Afrika und davon gehen 36 nach Südafrika. Wir haben in den 8 Tagen so einiges gelernt (z.B. wie vermeide ich es dort in Fettnäpfchen zu treten, wie gehe ich mit einem Kulturschock um, wie sieht meine Einsatzstelle genau aus, wie kann ich mich im Notfall selbst verteidigen…). Da es sich bei uns um einen entwicklungspolitischen Freiwilligen Dienst im Sport handelt, kam natürlich auch die sportliche Aktivität nicht zu kurz. Außerdem haben wir in dieser Woche unseren Mentor Brett kennengelernt, der für uns vor Ort in Südafrika unser Ansprechpartner ist. Es dauerte nicht lange (ich schätze mal s0 5-7 Minuten) bis wir waren alle total begeistert von ihm, seiner Persönlichkeit und den ganzen Geschichten waren, die er zu erzählen hat.

Seit dem das Seminar vorbei ist, gibt es noch so einiges zu tun, wie Spenden sammeln, Konto einrichten, Besorgungen erledigen und die letzte Zeit mit Familie und Freunden zu nutzen. Nachdem die ersten von der Südafrikagruppe schon gelandet sind, steigt die Vorfreude noch mehr und ich möchte jetzt auch unbedingt sehen wie und wo ich, das wahrscheinlich aufregendste Jahr meines Lebens verbringen werde.

Das nächste mal werdet ihr von mir hören wenn ich am anderen Ende der Welt in der Sonne zwischen Elefanten und Giraffen sitze. Spaß, da ist grad Winter und die einzigen Tiere, die ich bis dahin wahrscheinlich gesehen habe sind haufenweise Spinnen. 😀